Blasentumor
2018-08-23 15:30
von Katja Ruess
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Blasentumor

Fast alle Blasentumoren sind Übergangszellcarcinome oder kurz TCC (transitional cell carcinoma). Diese Tumoren entstehen ausgehend von den Blasenwandzellen.

URSACHE

Als Ursache wurden wiederkehrende Blasenentzündungen oder Medikamente, welche die Blase reizen gefunden. Besonders häufig betroffen sind Scottish Terrier, West Highland Terrier und Beagle. Es können aber alle Hunderassen und auch Katzen betroffen sein.

BIOLOGISCHES VERHALTEN

Der Tumor tritt meist im mittleren bis höheren Alter auf. Die Tumore liegen leider oft im Trigonum, dies ist der Bereich der Blase, in den die Harnleiter einmünden und die Harnröhre austritt. Durch diese ungünstige Lage, kann es zu Komplikationen wie verschlossene Harnleiter oder –röhre kommen und es oft nicht möglich den Tumor zu entfernen. Da die Blase sich stark dehnen kann, verteilen sich die Tumorzellen auch rasch über die ganze Blase, so dass so gut wie nie der ganze Tumor entfernt werden kann.

DIAGNOSE

Die Tiere kommen, weil sie entweder blutig urinieren oder Mühe mit Harnlassen haben. Oft sind sie kurzfristig besser unter Antibiose, haben aber immer wieder Rückfälle. Die definitive Diagnose wird meist durch eine Katheterisierung gewonnen, im Ultraschall zeigt sich der Tumor mit einem relativ typischen Bild.

THERAPIE-ARTEN UND NEBENWIRKUNGEN

Chirurgie

Wie oben beschrieben, ist eine Chirurgie leider nur in wenigen Fällen möglich. Kann der Tumor aber grösstenteils entfernt werden, verlängert dies die Überlebenszeit.

Radiotherapie

Die Bestrahlungstherapie ist mit den heutigen sehr genauen Geräten auch eine Therapieoption. Sie kann den Tumor in vielen Fällen verkleinern und damit die Symptomatik vermindern. Die obigen Therapien bleiben aber wichtig in der längerfristigen Therapie.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine wichtige Therapie, die sich sowohl gegen den Primärtumor, als auch die Metastasen richtet. 
Es gibt verschiedene Chemotherapeutika, welche wirksam sind, und wir verwenden individuell das am geeignetsten Medikament für ihr Tier. Die Namen der Chemotherapeutika, welche eine Wirkung zeigen sind:

• Mitoxantron
• Doxorubicin
• Carboplatin
• Vinblastine

Hat sich der Tumor erst mal etwas verkleinert, kommt oft eine sehr gut verträgliche Metronomische Chemotherapie zum Einsatz. Diese wird in Tablettenform von Ihnen zu Hause eingegeben. Medikamentell kann auch nur ein Entzündungshemmer gegeben werden. Dieser führt bei einem Grossteil der Tiere zu einer deutlichen Besserung der Symptome.

PROGNOSE

Die Prognose für ein TCC hängt von Lokalisation und Art der Therapie ab, leider ist aber eine Heilung so gut wie ausgeschlossen:

• Nur Entzündungshemmer: 70% Verbesserung der Symptome. Überlebenszeit im Schnitt 6 Monate.
• Chemotherapie: Die Prognose verlängert sich im Schnitt auf 11-12 Monate
• Strahlentherapie: Kann die Prognose nochmal zusätzlich um ein paar Monate verlängern. 


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